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Nein, ich bleibe lieber ungebildet

Das stimmt so natürlich nicht ganz, aber mehr dazu im folgenden kurzen Text.

Clickbaits und Aboverpflichtungen der online Medien

„Clickbaits“, zu deutsch Klickköder, werden die reißerischen Überschriften von Boulevardmedien genannt, die einzig darauf abzielen uns auf die Seite zu locken und oftmals gar nichts oder nur wenig mit dem Inhalt zu tun haben.

Davon ausgehend dass auch Sie zu den interessierten LeserInnen von diversen online Medien, also die online Ausgaben von Tages und Wochenzeitungen, Magazinen, etc. sind, können Sie meinen Frust vielleicht verstehen.

Bis vor kurzem war ich ja noch der Meinung dass Bildung, und dazu zähle ich eben auch das Überfliegen mir wichtig scheinender Artikel oben genannter, in diesem Land frei sei und das Mediengeschäftsmodell auf dem Grundsatz beruht – Interessanter Artikel ergibt mehr Leser, ergibt mehr Werbeeinnahmen durch geschickte Bannerplatzierung.

Das hat sich ja in den letzten Wochen und Monaten grundsätzlich geändert. Ich, und in dem Fall auch Sie werter Leser, werden dazu angehalten einen monatlichen Obulus für das fertiglesen eines Beitrages zu entrichten. Es gibt auch ein paar wenige online Medien da genügt eine Registrierung der Email Adresse damit die mich jeden Monat mit Werbung zumüllen können. Auch diese kostenlose Registrierung ist aufgrund von Datenschutzbedenken abzulehnen.
In einem anderen Leben nennt man das „anfixen“ und gilt als probates Mittel einen Süchtigen soweit zu bringen dem Dealer ein monatliches Grundeinkommen zu garantieren.

Qualitätsjournalismus hin oder her, ich bin nicht gewillt Abos abzuschließen nur damit ich hin und wieder einen einzelnen Beitrag lesen kann. Und das von unzähligen verschiedenen Anbietern. Ich habe das einmal ungefähr nachgerechnet und wäre dann nur bei den 15 von mir am öftesten aufgerufenen Medienhäusern dann schon bei einem monatlichen Sümmchen angelangt welches jeder Vernunft entbehrt.

Online Medien Gebühren
Mit sogenannte Clickbaits, also reißerischen Überschriften, locken uns die Anbieter zu Ihrem Beitrag.

Auch wenn ich es mir, so wie eine extrem überteuerte und geschmacklich höchstens als Diskussionsgrundlage dienende Flasche Wein, leisten könnte, so will ich es einfach nicht. Sind wir nicht alle schon mit so vielen monatlichen Fixkosten belastet dass auch hier eine Evaluierung anstünde als sich noch mehr unkontrollierbare Kleinbetrags Abos aufzuhalsen?

Das analoge Geschäftsmodell der Printmedien war ja recht effizient und transparent. Uns war allen bewusst dass die Finanzierung fast ausschließlich über Werbeeinnahmen erfolgte, der reguläre und der Abo Preis allerhöchstens die Kosten des Drucks und der Zustellung abdeckten, und der Preishinweis am Sonntagsstandl allerhöchstens eine Empfehlung war und ist.
Denn was machte und macht eine Zeitung, ein Magazin, etc. wirtschaftlich erfolgreich? Außer ein paar Premium Medien hauptsächlich die Auflage, heißt je höher die Auflage desto höher werden letztlich die Preise für Werbeeinschaltungen sein.

Nun, genau so wenig wie ich mich dem neuen (Zwangs) Geschäftsmodell fügen will, genau so wenig möchte ich den Verantwortlichen meinen Willen aufzwingen, aber man soll uns doch wenigsten bitte die Wahl lassen: Entweder man blättert schön weiter online und muss sich den verbliebenen Text zwischen der Werbung suchen, oder man bezahlt eben für ein werbefreies Lesevergnügen. Nur ein Vorschlag.

Also bleibt mir als Verweigerer nur noch ein Ausweg und der erscheint mir am Ende doch höchst vernünftig zu sein. Ich gehe zu meinem Stammkaffee, bin froh wenn ein paar verschiedene Zeitungen und Magazine zur Auswahl aufliegen, entkopple mich für eine Zeit aus der globalen online Welt, genieße einen doppelten Mocca und lese von richtigem Papier.
Und so frische ich meine Alltagsbildung ein wenig auf, habe optimalerweise den ein oder anderen Austausch auf menschlicher Ebene, und bekomme überdies Lust mal wieder ein gutes Buch zu lesen.
Auf diese Weise haben alle Beteiligten etwas davon.
Das mir das nicht früher eingefallen ist, dann hätte ich mir den ganzen Beitrag sparen können und Ihnen und mir viel Zeit erspart 🙂

Nachtrag: Hier ein positives Beispiel, negative gibt es ja genug.
https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2020/wie-wollen-wir-leben/der-geist-von-hoexter

Das alles hat natürlich gar nichts mit meiner IT Dienstleistung zu tun, ist aber meine Meinung, und das werbefrei.

Sie sind anderer Meinung? Hinterlassen Sie einen Kommentar, Danke.

 


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